Am 1.2.12 bildete sich die Bürgerinitiative gegen Lärm und Gefahren durch US-Flugzeuge - BiLGUS.

Wir sind eine überparteiliche Gruppe von Bürgern, die sich für die Belange der ganzen Region, über alle betroffenen Vororte hinweg einsetzt.

Aufgrund der stärker gewordenen Belastung durch „Trainingsflüge“ im Bereich nördlich und östlich der Airbase, den starken Bodenlärm im direkten Umfeld, den Überflügen über Biebrich und Amöneburg haben sich Bürger der betroffenen Ortsteile und Gemeinden zusammengetan, um gemeinsam mit der Stadt, dem Regierungspräsidium und der Landesregierung auf die Leitung der Airbase einzuwirken. 

Ihre Ziele waren :

        - ein Nachtflugverbot von 22 Uhr bis 6 Uhr 

        - Einhaltung der vereinbarten Flugrouten, mit ausreichendem Abstand zu bewohnten Gebieten

        - Festlegung der Flugzeiten

        - Festlegung der Turbinentest-Zeiten

        - Verbot des Überflugs von Industrieanlagen, die der Störfallverordnung unterliegen (z.B. InfraServ)

        - Regelungen zur Reduktion des Bodenlärms (Schallschutzeinrichtungen)

        - Beteiligung der Bürger in der Lärmschutzkommission


Heute können wir sagen, dass wir einige Ziele bereits erreicht haben. Wir sind seit 2013 in der Fluglärmkommission vertreten und können dort unsere Position darstellen und Fragen stellen. Mittlerweile sind dort auf unsere Initiative auch alle Ortsbeiräte vertreten. Ein Nachtflugverbot konnten wir bisher nicht erreichen, doch haben die Verantwortlichen des Flughafens die Flugplanung so geändert, dass nicht mehr jedes Platoon nach eigenen Zeiten fliegt, sondern die Flugzeiten zusammengefasst sind, sodass weniger Tage und Abende belastet werden. Im Sommerflugprogramm werden weniger Abende in Anspruch genommen und das Nachsichttraining wurde teilweise auf den Truppenübungsplatz Büchel verlagert. Seit dem letzten Jahr werden die Sommernächte, in denen geflogen wird über die Stadt bekanntgegeben.

Was wir u.a. bisher nicht erreicht haben, ist fest Installation von Schallschutzhallen, wie es sie an anderen Flughäfen gibt.

BiLGUS ist Mitglied in der Bundesvereinigung gegen Fluglärm e.V. (BVF) (www.fluglaerm.de)

BiLGUS wurde in die Bundesvereinigung aufgenommen, da unsere Arbeit sich weitgehend mit den Zielen des Vereins deckt. Ursprünglich vor allem mit der zivilen Luftfahrt beschäftigt, zeigen sich bundesweit immer mehr Probleme mit den militärischen Flughäfen, die überwiegend nach ihren eigenen Regeln fliegen und nicht den Regeln der zivilen Luftfahrt unterliegen. Hier die für uns relevanten Ziele aus den 10 Hauptzielen des BVF:

Einführung von achtstündigen Nachtflugverboten an den Flughäfen

Stärkung des § 29 b Luftverkehrsgesetz mit dem Vorrang der Nachtruhe

Kein unbeschränkter Ausbau von Flughäfen, sondern Ausrichtung an der jeweiligen Umweltverträglichkeit einer Region

Vorrang aktiver vor passiven Schallschutzmaßnahmen durch Betriebsbeschränkungen

Erstellung von Lärmminderungskonzepten für die Flughäfen unter Beteiligung der Öffentlichkeit und der Fluglärmbetroffenen mit der Vorgabe von messbaren Lärmminderungszielen und der Bestimmung geeigneter Maßnahmen für deren Zielerreichung

Novellierung des Fluglärmgesetzes und der Fluglärmschutzverordnungen mit dem Ziel deutlich gesenkter Grenzwerte mit präventivem Charakter

Einbeziehung der Flugroutenfestlegungen bei Neu- und Ausbauten von Flughäfen in die Planfeststellungsverfahren

Eine kleine Geschichte von BiLGUS 

Bürger aus alles Anrainergemeinden des Flughafens taten sich 2011/2012 zusammen, da die Situation um den Flughafen nach der Verlegung des Hauptquartiers der Landstreitkräfte von Heidelberg nach Wiesbaden schwer erträglich war. Flüge fanden an allen Wochentagen statt, häufig in den Nachtstunden und rund um den Flughafen. Flugzeuge, die die nördliche Übungsrunde nutzen überflogen entgegen der Regelungen häufig die Dörfer und hielten sich nicht immer an die festgelegten Flugrouten. Einen Kontakt zum Flughafen gab es lange nicht. Die damalige Oberbürgermeister suchte nach keinen Kontakt zu den Bürgern, sondern traf sich in persönlichen Runden mit der Leitung des Flughafens. Bürger verstanden nicht, wie es möglich ist in eine ohnehin durch negative Umwelteinflüsse hoch belastet Metropolregion einen Militärflughafen zu installieren.

Weder die Leitung des Flughafens, noch die Stadtregierung zeigten im Laufe eines Jahres Interesse an einem Gespräch mit uns, sodass wir mit unseren Mitteln Aufmerksamkeit erzeugten. Am 12.06.13 zogen wir mit ca. 120 Gleichgesinnten vor das Tor der Airbase und zeigten mit unserer Anwesenheit lautstark, dass die wir Gehör fordern. Die Frankfurter Rundschau berichtete: Link. Folgende Rede (Link) wurde verlesen - hier der englische Teil:

Dear american Soldiers behind the fence,

we, the inhabitants oft the suburbs that surround You want to assure You, that our intention is not antiamercan, but anti-noise-pollution.

We want to show You, that You are not allone here and we want You to respect our needs and our health. More than a 100000 people live directly around you and are polluted by the noise You produce.

We, the people, that lived here, before You came demand the participation in all the committees that deal with the topics we are concerned about.

We demand that You don´t run flights in the night from ten to six in the morning.

General Donald Campbell tear down Your selfconstructet wall of silence and start a dialogue with the people that surround You.

Weitere Veranstaltungen folgten, mit denen wir die Bevölkerung über die Situation am Flughafen und die Möglichkeiten der Einflussnahme informierten.

Aktuell engagieren wir uns im Rahmen der Fluglärmkommission und im erweiterten Umfeld des Flughafens.

BiLGUS betreibt Fluglärmmesstationen, die die wahren Lärmwerte vor Ort dokumentieren. Weitere Informationen hier Link

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